Lösungen für 3D-Scanning

Hinter den Kulissen: Digitalisierung des Großherzogs von Luxemburg mit Artec 3D-Scanning

Herausforderung: Erstellung eines lebensechten 3D-Modells von Seiner Königlichen Hoheit Guillaume V., Großherzog von Luxemburg, für ein historisches Porträt, das anlässlich seiner Thronbesteigung in Auftrag gegeben worden war.

Lösung: Artec Leo, Artec Spider II, Artec Studio, Rhino 3D, Autodesk Maya

Ergebnis: Eine unglaublich realistische Büste des Großherzogs, mit feinen Gesichtszügen und charakteristischen Haarmerkmalen, die sich mit 3D-Scanner bisher nur sehr schwer hätten erfassen lassen.

Warum Artec 3D? Artec Leo erstellte einen ultraschnellen und präzisen Gesamtscan, während der Artec Spider II kleinste Details wie Hauttexturen und den Gesichtsausdruck des Großherzogs erfasste. Mit Artec Studio konnten die Datensätze aus beiden Scannern schnell und einfach kombiniert und vereinfacht werden. Das Ergebnis war ein herausragendes 3D-Modell, das später noch für die anschließende digitale Bearbeitung, den 3D-Druck und den Bronzeguss optimiert wurde.

Grand Duke of Luxembourg

2025 war ein wegweisendes Jahr für Luxemburg: Seine Königliche Hoheit Großherzog Henri, der das Land die letzten 25 Jahre regiert hatte, dankte zugunsten seines Sohnes Guillaume V. ab.

Bekannt als „Trounwiessel“ (Thronwechsel) wird dieses wichtige Ereignis in Luxemburg von zahlreichen Feierlichkeiten begleitet, von denen viele öffentlich stattfinden und die die Bürger ihrem neuen Monarchen näherbringen sollen. Eines der traditionsreichsten dieser Ereignisse, die Enthüllung des Porträts des Großherzogs, hat eine jahrhundertealte Geschichte, weshalb die Errichtung des Denkmals als besonders verantwortungsvolle Aufgabe gilt.

Grand Duke of Luxembourg

Die Porträts des Großherzogs und der Großherzogin sowie die neue Büste sind ausgestellt. Bild mit freundlicher Genehmigung des Maison du Grand-Duc ©

Da neben einer Büste des Großherzogs auch mehrere weitere Abbildungen entstehen sollten, erhielt Serge Ecker die Gelegenheit, eine Bronzestatue anzufertigen. Der einheimische Künstler bekam die Freiheit, dem Werk seinen eigenen Stil zu verleihen, doch unter einer Bedingung: Es sollte dem Aussehen Seiner Königlichen Hoheit Guillaume V. möglichst realistisch nahekommen. Ecker entschloss sich daher zu einer präzisen Digitalisierung des Großherzogs.

Welche Technologie er auch immer für die Digitalisierung wählen würde, so musste die Entscheidung direkt sitzen, denn schließlich hatte Ecker nur wenig Zeit, ein 3D-Modell zu erstellen. Der Künstler wandte sich nun an Artec 3D, da er bereits seit 2012 mit dem Unternehmen zusammenarbeitete und wusste, dass die professionellen 3D-Scanner von Artec alle benötigten hochauflösenden Scandaten auf Anhieb und ohne Fehler oder langes Herumprobieren erfassen würden.

Die Digitalisierung des Großherzogs von Luxemburg

Da Ecker bereits mit den Geräten von Artec 3D vertraut war, hätte er den Scanvorgang an sich auch selbst durchführen können. Da er aber möglichst optimale Ergebnisse erzielen musste, bat er die Experten von Artec 3D, den Großherzog für ihn zu digitalisieren. Und obwohl nur 30 Minuten zur Verfügung standen, erwies sich diese Zeit als mehr als ausreichend. Artec Leo lieferte schnelle Aufnahmen, während Artec Spider II besonders feine Details erfasste.

Mit Leo allein ist es möglich, in wenigen Minuten den gesamten Körper einer Person zu digitalisieren. Da die Spezialisten von Artec aber wussten, dass es keinen zweiten Termin geben würde, um den Großherzog noch einmal zu scannen, erfassten sie vorsichtshalber mehr Daten als nötig. Seine Königliche Hoheit konnte die Fortschritte der Arbeiten direkt auf einem 3D-Display nachverfolgen und nahm selbst auf Bitte der Techniker verschiedene Posen ein.

Grand Duke of Luxembourg

Das im Artec Leo integrierte Display zeigt einen 3D-Scan des Großherzogs. Bild mit freundlicher Genehmigung des Maison du Grand-Duc ©

Der Großherzog stand vorbildlich Modell, hielt dabei unglaublich stillhielt und legte eine Disziplin an den Tag, die er wohl seiner Zeit beim Militär zu verdanken hat. In nur 15 bis 20 Minuten hatte das Team ein vollständiges Oberkörpermodell mit allen Gesichtszügen, wie sie für eine lebensechte Büste erforderlich waren, erfasst. Laut Ecker war ein solcher Grad an Realismus nur mit Leo und Spider II möglich.

„Der Großherzogliche Palast hatte nur eine Bitte: eine repräsentative, realistische Abbildung des Gesichts. Sie ließen mir zwar freie Hand bei der Gestaltung, doch letztendlich sollte der Großherzog für die Besucher erkennbar sein“, erklärte Ecker. „Die Kombination von 3D-Scans mit niedrigerer und höherer Auflösung funktionierte dafür hervorragend, und wir konnten die Modelle später jederzeit leichter gestalten.“

Umwandlung eines 3D-Modells in eine Büste

Ecker leistete während des 3D-Scannens Unterstützung und Koordination, überließ die Nachbearbeitung jedoch den Profis – um ein Höchstmaß an Realismus zu gewährleisten. Der Algorithmus Smart Fusion führt in Artec Studio verschiedene Punktwolken in einem einzigen Schritt zusammen und nutzt dabei die hochauflösendsten Daten jedes Scans. So konnten Scans aus Spider II effektiv für Nachbearbeitungen und eine bestmöglich realistische Darstellung des Großherzogs eingesetzt werden.

Die Kombination von höher- und niedrigerauflösenden Scans ergab ein brillant detailliertes 3D-Modell. Technisch gesehen wäre es vielleicht auch möglich gewesen, eine vergleichbare Detailgenauigkeit mit Fotogrammetrie zu erzielen, doch hätte man dabei verschiedene Lichteinflüsse in Kauf nehmen müssen, zumal die Technologie nicht so viele geometrische Details erfasst.

Grand Duke of Luxembourg

Großherzog Guillaume V. wird mit Spider II 3D-gescannt. Bild mit freundlicher Genehmigung des Maison du Grand-Duc ©

Um das finale Modell für die Bildhauerei besser nutzbar zu machen, führten die Experten von Artec in Artec Studio eine Scan-Dezimierung durch, um überflüssige Frames zu entfernen, ohne dabei aber wichtige Details zu verlieren. Anschließend begann der Künstler eine dreimonatige, akribische Arbeit an seinem finalen Entwurf. Im Wesentlichen verarbeitete Ecker die Daten, indem sie er mit den Spline-Werkzeugen von Rhino Polygone trennte und diese anschließend in Maya zu einer Büste formte.

Natürlich lassen sich Objekte im Allgemeinen schneller digital umgestalten. Hier ging es jedoch darum, Polygone manuell zu entfernen, zu drehen und auszurichten, um die Oberflächenstruktur zu verändern. Nachdem Ecker seine künstlerische Vision umgesetzt hatte, wurde das entstandene Modell 3D-gedruckt und daraus Positivformen für das Gesicht und den Kopf des Großherzogs angefertigt, die schließlich in einer nahegelegenen Gießerei in Bronze gegossen wurden.

Die entstandene Skulptur ist vom echten Guillaume V. kaum zu unterscheiden, besticht durch außergewöhnliche Detailgenauigkeit und brachte dem Künstler zusätzliche Anerkennung für sein handwerkliches Können und den Realismus der Skulptur ein. Die Büste, die zuvor im Nationalmusée um Fëschmaart im Rahmen der Ausstellung „Offizielle Porträts“ zu sehen war (Ende: 1. Februar 2026), wurde zu einem Symbol, das das Zusammentreffen von historischer Tradition, Kunst und moderner Technologie widerspiegelt – also Kräften, die Luxemburg bis heute prägen.

Denkmalpflege vom Feinsten

Als stolzes luxemburgisches Unternehmen vermarktet Artec 3D seine 3D-Scanner nicht nur unter dem Label „Made in Luxembourg“, sondern arbeitet auch kontinuierlich mit lokalen Partnern zusammen, um das kulturelle Erbe des Landes zu fördern. Auf der Weltausstellung in Osaka wurden Besuchern aus aller Welt zum Beispiel 3D-Modelle der Sehenswürdigkeiten Luxemburgs präsentiert. Diese digitalen Zwillinge, die mit Artec 3D-Scanning erfasst worden waren, erzielten eine beispiellose Reichweite.

Im Rahmen des Projekts „Porträt des Großherzogs“ hat Artec 3D nun den Schritt von der Denkmalerhaltung zur Schaffung solcher gewagt. Eckers Büste wird als dauerhafte Erinnerung an die Thronbesteigung von Guillaume V. dienen – und an das gewaltige Potenzial der Technologie, wenn es darum geht, Geschichte zum Leben zu erwecken.

Grand Duke of Luxembourg

Das finale 3D-Modell der Büste des Großherzogs. Bild mit freundlicher Genehmigung von Serge Ecker.

Auch für Ecker eröffnet die Technologie, und Artec 3D-Scanner im Besonderen, immer wieder neue Möglichkeiten für künstlerische Experimente. Nachdem er sich erstmals mit Bronzeskulpturen auseinandergesetzt hat, plant er nun weitere Projekte, die alte und neue Techniken kombinieren, um mit Partnern die Grenzen des künstlerischen Ausdrucks zu erweitern.

„Ich bin Konzeptkünstler“, resümierte Ecker. „Der Aspekt des eigenen Schaffens ist mir sehr wichtig, und einen realen Ort einzufangen, ihn zu transformieren oder zu versetzen, ist meine Art, diesen zu interpretieren und in etwas Neues zu übersetzen. Ich muss das Rad nicht neu erfinden, denn dafür gibt es die Technologie. Aber manchmal stößt man an seine Grenzen, und Kooperationen wie diese helfen mir wirklich, mich weiterzuentwickeln.“

Grand Duke of Luxembourg

Die Büste des Großherzogs im Nationalmusée um Fëschmaart . Bild mit freundlicher Genehmigung von Maison du Grand-Duc ©

Mehr über die Skulptur des Großherzogs und die gesamte Ausstellung erfahren Sie hier.

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