Fashion-Show einer anderen Dimension

Zugegeben: Ein Drucker, der eine Mode-Kollektion ausspuckt, klingt ungewöhnlich. Doch genau das wollte Anna Wilhelmi, eine Berliner Modedesignerin mit ihrer im Juni 2013 vorgestellten Diplomkollektion erreichen. „Ich bin ein Innovationsfreak“ meint Anna Wilhelmi. „‘Das geht nicht‘ gibt es für mich nicht. Bei meiner Kollektion wollte ich etwas völlig neues machen. Und die 3D-Scanner von Artec haben mir das ermöglicht.“

Die Inspiration für ihre Entwürfe findet die Designerin in den gepolsterten Uniformen der American Football Spieler: Die Shoulderpads verstärken den Körperbau eines Mannes nicht nur, sondern deformieren ihn teilweise zu einer abstrakt männlichen Silhouette. In den sieben Laufsteglooks sind breite Schultern genauso wiederzufinden wie eng sitzende Hosen. „Für mich muss Mode in erster Linie Spaß machen“, sagt Anna. „Das Business nimmt sich schon ernst genug!“

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Doch nicht nur die Entwürfe von Anna Wilhelmi sind Avantgarde pur, auch Annas Weg bei Design und Herstellung ist revolutionär: Mit Hilfe von 3D-Scannern, 3D-Designsoftware und 3D-Druckern kann sie ihre Ideen mustergültig umsetzen. Anhand ihrer Zeichnungen formt Anna zunächst Körper aus feinem Maschendraht und passt sie der Büste an, um eine grobe Basis zu schaffen. Durch das Drapieren von Gipsbinden auf dem Drahtgestell entsteht nach und nach die fließende Silhouette, die das Design später haben soll.

Mit den Gipsvorlagen und der Büste fährt Anna zum Artec-Reseller Antonius Köster. „Er war sofort Feuer und Flamme für mein ungewöhnliches Vorhaben, eine Modekollektion dreidimensional zu designen und zu drucken“ erzählt Anna. „Mit einem 3D-Scanner haben wir mehr als ein Dutzend Einzelteile gescannt. Artec Eva war dazu optimal geeignet, weil wir einfach loslegen konnten, wie mit einer Videokamera. Wir haben im Prinzip jedes Teil nur auf den Schreibtisch gelegt und von allen Seiten aufgenommen.“ Artec-Profi Antonius Köster ergänzt: „Die Scan-Software Artec Studio zeigt das Scanresultat in Echtzeit an. Man sieht immer den aktuellen Scanfortschritt und kann an Stellen, die noch nicht erfasst sind, einfach nochmal drüberscannen. Das Programm fügt alle Einzelscans automatisch zu einem schlüssigen 3D-Modell zusammen.“


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Die gescannten Gipsmodelle dienen der fortschrittlichen Modeschöpferin als grobe digitale Vorlage für den folgenden Fertigungsprozess: Mit Hilfe eines 3D-Modellierungsprogramms werden die noch unfertig aussehenden Scan-Vorlagen aufbereitet und erhalten ihren Feinschliff. Oberflächen werden geglättet und die rechte Seite der linken angepasst. Kanten werden begradigt und einige Modelle erhalten die Oberflächen-Struktur eines American Footballs. Anna Wilhelmi und Antonius Köster arbeiten Ösen ein, um die Teile später mit dem Textil oder anderen Panzern zu verbinden, zu verschnüren oder zu verschrauben. Zuletzt werden die digitalen Modelle von einem 3D-Drucker aus Kunststoffpulver gefertigt. Mal großflächig robust, mal filigran feminin fließen die fertigen Teile in das Textildesign mit ein.

Anna Wilhelmi ist begeistert von den Möglichkeiten, die ihr die Artec Scanner bieten: „Das spannende an der 3D-Technologie ist für mich, dass ich bei der Gestaltung meiner Entwürfe keinerlei technische Beschränkungen mehr habe. Ich muss mich nicht erst mühsam in 3D-Programme einarbeiten, um die komplexen organischen Formen komplett virtuell zu designen. Die 3D-Scanner von Artec sind so einfach zu bedienen, so dass ich meine handgearbeiteten Modelle ganz leicht digitalisieren kann. Meiner Vorstellungskraft sind so keine Grenzen mehr gesetzt. Was ich handwerklich nicht umsetzen kann, das mache ich am digitalen Modell – einfach fantastisch!“

Dieses Projekt ist nur ein Beispiel zur Digitalisierung des menschlichen Körpers und anderer organischer Formen durch Artec 3D-Scanner. Vorgehensweise und Resultate des Fashion-Projekts sind auf andere Bereiche übertragbar, zum Beispiel auf Orthopädie und Sport, Kino und Theater oder auch auf Body Protection oder Mass Costumisation.

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