Dank Artec Leo klimaneutral durch Australien reisen: Ein großes Abenteuer, ganz ohne Diesel

Herausforderung: Die Herstellung umweltfreundlicher Fahrzeuge von Land Rover, mit denen man die Kultur Australiens sowohl authentisch als auch verantwortungsbewusst erleben kann.

Lösung: Umrüstung alter dieselbetriebener Land Rover in akkubetriebene Fahrzeuge; wobei das Fahrgestell des zu modifizierenden Fahrzeugs mit Artec Leo gescannt wurde.

Ergebnis: Ein Startup, das Land Rover in Elektrofahrzeuge umbaut und an Privatpersonen und Unternehmen in Australien und international verkauft und vermietet.

Australien ist das sechstgrößte Land der Welt und erstreckt sich über eine riesige Fläche von 2,9 Millionen Quadratmeilen. Von den etwas über 25 Millionen Menschen leben etwa 85 Prozent der australischen Bevölkerung in der Nähe der ausgedehnten Küstengebiete, so dass in der Mitte viel unberührter Platz bleibt. Daraus ergeben sich zwei der großen Abenteuer-Routen Australiens: eine Reise durch das Outback oder eine Kreuzfahrt entlang der herrlichen Küste.

Aufgrund all der Offroad-Fahrmöglichkeiten durch dieses riesige Land, das einen ganzen Kontinent umfasst, scheint ein SUV die richtige Wahl für ein großes Aussie-Abenteuer zu sein – und ein alter klassischer Land Rover fühlt sich hier mehr zu Hause als jedes andere Fahrzeug. Doch angesichts des heutigen Kampfes gegen den Klimawandel und dem Drängen auf umweltfreundliche Alternativen gibt es ein wichtiges Argument gegen den Land Rover: die große Menge an Diesel, die er verbraucht, und die Emissionen, die er produziert.

Juniper, die erste Kreation von Jaunts (Bild von Jaunt / Instagram)

„Ich habe Entdeckungsreisen, Wanderungen und Offroad fahren schon immer geliebt, und Australien ist optimal dafür geeignet“, sagt Dave Budge, CEO von Jaunt Motors. „Aber ich fühlte mich immer ein wenig schuldig, weil ich viel Diesel verbrannte, wenn ich irgendwohin fuhr, wo die Luft rein und die Umgebung schön ist. Es gibt aber einen riesigen Teil Australiens – darunter einige der schönsten Orte, die man nur mit einem Allradantrieb erreichen kann.

Neben einer wachsenden Dringlichkeit zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen gab es jedoch auch zahlreiche weitere Gründe für die Entwicklung neuer Fortbewegungsmittel, um den australischen Busch zu erforschen. „Ich würde gerne während der Fahrt die Vögel und den Wind hören – doch das alles übertönt der Dieselmotor, wenn ich im Auto sitze“, erzählt Budge. „In solchen Situationen wünsche ich mir ein elektrisch betriebenes Allradauto.“

Artec Leo nimmt es mit einem alten Land Rover auf. (Bild von Dave Budge / Jaunt)

Der Start des neuen Unternehmens begann mit einer Marktlücke, die Budge identifizierte: „Ich wollte einen elektrischen Allradantrieb entwickeln, denn die Australier kaufen fast ausschließlich Allradautos. Doch elektrisch betriebene Allradantriebe gab es bisher noch nicht zu kaufen“, berichtet er.

„Australien hat mit die höchsten Pro-Kopf-Verkehrsemissionen der Welt und das liegt nicht nur daran, dass wir lange Strecken fahren – wir haben sehr ineffiziente, alte Autos und die Gesetze schreiben keine regelmäßige Überprüfung der Emissionen vor, wie dies in den meisten anderen Ländern der Fall ist“, erklärt Budge.

Daraus ergeben sich jedoch auch Möglichkeiten: „Wir haben auf den Straßen all diese alten Autos, die starke Emissionen verursachen. Aber auf der anderen Seite haben wir die Möglichkeit, all diese alten Autos in Elektrofahrzeuge umzubauen.“

Als Budge sich im Jahr 2018 mit Jaunt-Mitbegründer Marteen Burger zusammentat, vereinten die beiden ihr Fachwissen und ihre Talente – Budge als Designer und Kreativdirektor, Burger als Produzent und Produktionsleiter – und sie begannen, einen Plan zu entwickeln.

„Die Zeit war reif, denn wir hatten 10 bis 15 Jahre Erfahrung mit dem Umbauen von Autos“, sagt Budge. „Wir waren an einem Punkt angelangt, an dem es sich nicht mehr um eine technische Herausforderung handelte – wir wussten, dass es machbar war – sondern eher eine Herausforderung im Sinne von Entwurf und Steuerung.“

Es ging weniger darum, ob es funktionieren würde, sondern eher darum, ob man alles unterbringen könnte. (Bild von Jaunt / Instagram)

Der erste Schritt war der Kauf eines Fahrzeugs und dessen Zerlegung. „Kein Land Rover ist wie der andere – sie sind alle von Hand gebaut“, sagt Budge. Aber mit einem Leiterrahmen, um den herum das Auto gebaut wird und der konsistent bleibt, sind die Grundmaße in den meisten Modellen der letzten 70 Jahre konstant geblieben. Dank dieser Maße konnte das Team besser planen, wie Komponenten verbaut werden müssen, wobei einige Teile entfernt und einige Teile hinzugefügt wurden – darunter zehn große Tesla-Batterien, die aufgrund ihrer Energieeffizienz und Dichte ausgewählt wurden.

Der Plan: Während des Zerlegens und Zusammensetzens des Wagens sollte überlegt werden, wie neue Fertigungstechniken und moderne Präzision für Verbesserungen genutzt werden könnten. „Wir versuchen nicht, ein Auto neu zu konstruieren“, erläutert Budge. „Wir versuchen, ein bestehendes Auto zu verbessern.“

Für eine Aufgabe, die millimetergenaue Maßzahlen erforderte, wurde 3D-Scannen erforderlich. „Ein 3D-Modell eines Land Rover-Fahrgestells existierte einfach nicht“, so Budge. „Und selbst wenn es existiert hätte, würde es nicht die kompletten Maße und hervorstehende Teile sowie weitere Aspekte, die während des Herstellungsprozesses hinzugefügt werden, enthalten.“

An diesem Punkt wurden 3D-Scanning-Experten aus Victoria hinzugezogen.

„Unser Team bei Thinglab wurde zunächst von Jaunt kontaktiert, um zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, ein digitales Modell aus einem ihrer Land Rover-Fahrgestelle zu erstellen“, sagt Ben Myers vom Gold-zertifizierten Artec Partner Thinglab. „Natürlich ergriffen wir die Chance, an diesem Projekt beteiligt zu sein, und erkannten schnell, dass die Anforderungen des Projekts den Einsatz von Artec Leo verlangten.“

3D-Modell des Fahrgestells eines Land Rovers.

„Für ein Projekt wie dieses sind viel Planung und zahlreiche Entwürfe erforderlich, wobei jede Linie und Kurve, jeder Bogen oder Kastenquerschnitt berücksichtigt werden muss“, erklärt Myers. „Das Einpassen von Bauteilen, die Gewährleistung der Abstände und die Ausarbeitung der Platzierung ist immer eine große Herausforderung, und diese erfordert genaue Messungen und Pläne.“

Der 3D-Scanner Artec Leo liefert eine unschlagbare Genauigkeit von bis zu 0,1 mm und verfügt über einen intuitiven Arbeitsablauf mit integrierter Verarbeitung und eingebautem Display. Scannen mit Artec Leo funktioniert drahtlos und ist so einfach wie das Aufnehmen eines Videos auf einem Mobiltelefon. Das eingebaute Display zeigt den Scan-Fortschritt in Echtzeit an und ermöglicht es dem Nutzer, schnell noch alle Bereiche zu erfassen, die möglicherweise übersehen wurden. Dies macht den Scanner zu einer tollen Lösung für schwer zugängliche Bereiche sowie Fahrzeuge aller Art.

Leos Funktionen kamen uns sehr gelegen. (Bild von Dave Budge / Jaunt)

„Für die Scandaten war eine Reihe von Anwendungen geplant, aber das Wichtigste war die Bereitstellung einer genauen STL-Datei, die in CAD verwendet werden konnte“, sagt Myers. „Diese Daten könnten dann für das Reverse Engineering von einzelnen Abschnitten verwendet werden sowie als Referenz für die Konstruktion“, so Myers.

Es wurde auch ein Color Mesh erstellt, was Renderings und Bilderstellung ermöglichte. Mit Artec Studio konnte ohne Probleme ein hochauflösendes Farb-OBJ zusammen mit einer stark reduzierten Datei, die für CAD-Pakete besser handhabbar war, erstellt werden.

„Das Scannen eines Fahrgestells kann eine Herausforderung sein, da es viele verdeckte Stellen gibt. Wir brauchten aber in jedem Fall ein lückenloses Modell, was das Scannen aus mehreren Winkeln erfordert“, so Myers. „Außerdem hatten wir wenig Abstand zum Boden, so dass wir die Funktion von Artec Leo für invertiertes Scannen und das eingebaute Display verwendeten. Das half uns sehr und sparte viel Zeit.“

Mit dem gescannten Fahrgestell als einer Art Vorlage kann das Jaunt-Team nun an einer Vielzahl von Fahrzeugen arbeiten und sein Geschäft weiter ausbauen.

"Artec Leo ermöglichte es uns, enorm schnell scannen und seine Auflösung und Flexibilität mitten in unserer Werkstatt zu nutzen“, sagte Budge. „Wir brauchten das alles, um sicher zu sein, dass wir unser Fahrzeug tatsächlich bauen können.“

Anhand eines 3D-Modells kann das Team effektiv auswählen, wo die großen Tesla-Batterien, mit denen das Auto betrieben werden soll, platziert werden können.

Nach zwei erfolgreich umgebauten Autos – das erste wurde für das Unternehmen Mountain Ridge Winery hergestellt, wo man zu Ehren des neuen Autos einen neuen Wein kreierte – nehmen weitere Pläne Gestalt an, die auf Urlaubsziele wie Weingüter, Brauereien und Hotels ausgerichtet sind. „Wir können hier etwas schaffen, das inspirierend ist und die Menschen auf eine Weise für Elektrofahrzeuge begeistert, wie sie es noch nie zuvor erlebt haben“, sagt Budge.

Und da bereits mehr als 150 Miettage im Voraus gebucht sind und für Anfang nächsten Jahres fünf weitere Autos geplant sind, beginnt Jaunt momentan mit einer Serie neuer Scans. „Zwar ist die Grundplattform für die Modelle von 1958 bis 2016 gleich", erklärt Budge „doch es gibt eine Reihe von Aspekten, die wir berücksichtigen müssen, damit wir jeden Quadratmillimeter mit passenden Batterien bestücken können.“

„Dies ist ein tolles Projekt, das einer Fahrzeug-Ikone, die nach wie vor sehr beliebt ist, neues Leben einhaucht“, sagt Myers. „Es war auch eine optimale Gelegenheit zu zeigen, wie Artec Leo eingesetzt werden kann.“