Von Nairobi bis zum Sibiloi Nationalpark

31/08/2014

Unsere Reise begann am Flughafen von Nairobi, von wo aus wir mit einem kleinen Cessna Flugzeug drei Stunden nordwärts durch Kenia flogen, bis wir schließlich in der TBI (Turkana Basin Institute) Zentrale an der Ostseite des Sees ankamen. Louise Leakey selbst und ihre Kollegin Myriam flogen das Flugzeug. Sie sind hervorragende Piloten – die Landung auf dem Boden der Savanne war unglaublich weich!

Endlich erreichten wir die TBI-Zentrale: Zehn große Gebäude, die sich ungefähr einen Kilometer vom Turkana See entfernt befinden und von Einheimischen gebaut wurden. Unterstützt wurden sie hierbei von Richard Leakey, der sich sowohl persönlich engagiert als auch finanzielle Unterstützung sichergestellt hatte. Die Zentrale besteht aus verschiedenen Laboren, Lagerräumen, einer Küche, Schlafräumen für Studenten und Forscher und sogar einem Kellergewölbe für die Aufbewahrung wertvoller Hominiden.

Ein Nilpferd-Fossil.

Die Umgebung des Turkanabeckens ist außergewöhnlich reichhaltig an menschlichen und pflanzlichen Fossilien. Louises Großeltern begannen mit den  Ausgrabungen an der Quelle des Sees  – dem Omo Fluss in Äthiopien. Die Fossilien wurden an die Universität Kenia gesandt, allerdings gibt es so viele Fossilien rings um den See und besonders im Sibiloi Nationalpark, dass es mehrere hunderte Menschen brauchen wird, um sie alle zu finden und zu erforschen. Aus diesem Grund gründete die Leakey Familie hier ein paläoanthropologisches Institut, welches die Fossilien aufbewahrt. Dies hat dazu beigetragen, mehr Leute anzuziehen und die Region weiterzuentwickeln. 

Prähistorische tierische Überbleibsel, die in der Ausgrabungsstätte gefunden wurden, vor ihrer vorsichtigen Säuberung, Untersuchung und Dokumentation.

In der TBI-Zentrale trafen wir Richard Leakey und seine Frau Meave, die beide trotz ihrer Prominenz als Forscher der menschlichen Evolution ausgesprochen bescheiden und nett waren. Begleitet wurden sie von einer Geologin namens Karen und einigen einheimischen Arbeitern, die an jeglichen Tätigkeiten des TBI mitwirken.

Denis bereitet sich auf das Scannen eines Wildschweinschädels vor.

Heute war ein regnerischer Tag im Sibiloi Nationalpark bei angenehmen 25°C . Die Ausgrabungsstellen sind allerdings matschig geworden und nun schwer mit dem Auto zu erreichen. Für den Rest des Tages haben wir uns vorgenommen, zu Übungszwecken einen fossilen Wildschweinkopf zu scannen sowie die Knochenüberbleibsel eines heutigen Rhinozerosses, einer Giraffe und eines Krokodils. Während der nächsten Tage wollen wir einige Tage an einem anderen Ort unsere Zelte aufschlagen und dort die Überbleibsel eines Krokodils, eines Elefanten und einer Riesenschildkröte direkt in freier Wildbahn scannen!!

Ein 3D-Scann eines Wildscheinschädels, angefertigt in der Turkana Basin paläontologischen Ausgrabungsstätte, Kenia.