Scannen unserer tierischen Vorfahren

4. Sep. 2014

Nachdem wir an der Ostküste des Turkana Sees –auch bekannt als Koobi Fora - bereits in freier Wildbahn gescannt hatten, machten wir uns ins TBI Labor auf, um zeitgenössische Tierüberbleibsel zu scannen; darunter waren die eines Krokodils, einer Giraffe, eines Rhinozerosses, einer Schildkröte, eines Büffels, eines Streifengnus sowie die fossilen Schädel einer Schildkröte, eines Nilpferdes und einer Gazelle.

Scannen eines Fuchsschädels

Tierische Fossilien können viele Informationen über den Lebensraum  dieser Tiere liefern.  Die Fossilien der Hufe und Zähne einer Antilope können zum Beispiel Aufschluss darüber geben, ob das Tier in Wäldern oder auf dem Flachland lebte und ob es sich von Blättern oder Gras ernährte.

Vormalige afrikanische Tiere und Hominiden haben eine gemeinsame Geschichte: Als Homo Erektus mit dem Jagen begann waren viele Arten waren vom Aussterben bedroht.

Je besser ein Fossil erhalten ist, desto mehr seiner Geschichte ist erhalten. Darum sind die gescannten Fossilien für die Forschung von großem Wert.

Im Labor schließen wir die Nachbearbeitung der Riesenfossilien ab und erfuhren zudem mehr über sie: Riesenschildkröten waren zum Beispiel im heutigen Kenia weit verbreitet. Da sie sehr fleischhaltig waren kann davon ausgegangen werden, dass die meisten dieser Fossilien Menschen zum Verzehr gedient haben. Heute lebt nur noch eine einzige dieser Spezies weiter: Die Galapagos-Riesenschildkröte.

Die Maße eines Schildkrötenfossils

Untenstehend sind die Maße der Kiefern eines Rimasuchus Lloydi Krokodils, dessen riesigen Schädel wir gescannt haben. Es wird angenommen, dass diese Spezies sechs Millionen Jahre in Afrika gelebt hat.

Die Maße eines Krokodilfossils

Auch wenn die Arbeit eines Paläontologen aufregend ist, bleibt etwas Routine nicht aus: Unsere Gruppe steht früh morgens auf, dann frühstücken wir und gehen ins Labor, wo wir einen Großteil unserer Zeit verbringen, dann essen wir zu Mittag und arbeiten weiter, so lange es die Insekten zulassen. Sobald diese aus allen Ecken hervorkriechen beginnen sie mit der Suche nach Licht, zum Beispiel von Bildschirmen, Scannern und Handys, und machen das Arbeiten unmöglich.

Ein Insekt