Artec Space Spider im ambitioniertesten DNS-Projekt aller Zeiten

13/05/2018

Obwohl 3D-Technologie normalerweise als ein Konzept für die Zukunft wahrgenommen wird, hat ein kürzlich durchgeführtes Projekt gezeigt, dass sie uns auch in die zurück Vergangenheit bringen kann. Oder, um genau zu sein: über 10.000 Jahre zurück.

Artec Space Spider, ein hochmoderner metrologischer 3D-Scanner, spielte eine entscheidende Rolle in einem der aufregendsten gentechnischen Projekte unserer Zeit. Es wurde initiiert und produziert von Plimsoll Productions, einer in Großbritannien ansässigen unabhängigen Produktionsfirma, die für den nationalen und internationalen Markt Non-Scripted-Shows erfindet und produziert und für ihre kreative Arbeit mehrere BAFTAs, Emmys und RTS-Awards gewann. Der fesselnde Dokumentarfilm, der während des Projekts gedreht wurde, lief später auf Channel 4 in Großbritannien.

Aufgrund relativ neuer archäologischer Funde in England begaben sich Fachleute aus Großbritannien und den Niederlanden erstmals auf eine faszinierende Reise, um herauszufinden, wie der erste Brite tatsächlich aussah, woher er kam und inwieweit er mit den Briten von heute verwandt ist. Die Ergebnisse dieses ehrgeizigen Projekts waren erstaunlich und haben die Art und Weise, wie sich die Menschen in Großbritannien ihre Vorfahren vorstellen, für immer verändert.

Das erste und bisher einzige vollständige Skelett wurde vor etwas über 100 Jahren in Gough's Cave in der Schlucht Cheddar Gorge im englischen Somerset gefunden und markiert einen wichtigen archäologischen Meilenstein. Obwohl also die Überreste des ersten Briten seit über einem Jahrhundert zur Verfügung stehen, wurde die Durchführung einer vollständigen DNS-Analyse erst heute möglich, vor allem aufgrund der jüngsten Entwicklungen und Durchbrüche im Bereich der Genetik: Daten, für deren Erhebung zuvor mindestens drei Jahre benötigt worden wären, können nur innerhalb von 24 Stunden gesammelt werden. Wissenschaftler aus dem Natural History Museum gewannen die notwendigen DNS-Informationen, um das Aussehen des Cheddar Man zu rekonstruieren, aus Knochenpulver, das aus seinem Schädel entfernt worden war. Dabei bestand das Risiko, dass nicht genügend DNS-Daten zusammenkommen, da diese mit der Zeit zusehends zerfallen. Alle Beteiligten zeigten sich daher sehr erleichtert, als die Ergebnisse zurückkamen: In der Umgebung von Gough's Cave, wo das Skelett des Cheddar-Mannes ausgegraben worden war, hatten sich die DNS-Informationen perfekt erhalten!

Der Schädel des Cheddar-Mannes. Bild mit freundlicher Genehmigung von Patrick Thorn & Co

Einer der ersten Schritte bei der äußerlichen Rekonstruktion des Cheddar-Mannes war das Scannen des wiederhergestellten Schädels mit dem ultrapräzisen 3D-Scanner Artec Space Spider, was von Artecs Gold-zertifiziertem Partner Patrick Thorn & Co durchgeführt wurde. Die 3D-Daten wurde in allen Details und mit einer Genauigkeit von bis zu 0,05 mm erfasst. Ursprünglich für den Einsatz auf der Internationalen Raumstation konzipiert, war dieser 3D-Scanner, gepaart mit der vielseitigen Scan- und Post-Processing-Software Artec-Studio 12 , die optimale Lösung für dieses Projekt – selbst feine Details des Schädels, wie etwa die Zähne, konnten perfekt erfasst werden. Nach nur 12 Minuten, um den gesamten Schädel zu erfassen, und etwas mehr als 30 Minuten für die Nachbearbeitung war das druckfertige 3D-Modell fertig – in weniger als einer Stunde.

Scannen des Schädels des Cheddar-Mannes mit Artec 3D Space Spider. Bild mit freundlicher Genehmigung von Patrick Thorn & Co

Die endgültige STL-Datei des 3D-Modells wurde dann an die niederländische Firma Minke Products gesendet, um auf einem erweiterten 3D-Drucker Ultimaker 2 und unter Verwendung des PLA-Materials einen Schädel im Format 1:1 zu drucken. Nur 19 Stunden später hatten die Kennis-Brüder, zwei der besten Spezialisten für prähistorische 3D-Modelle, bereits eine exakte Nachbildung des Schädels des Cheddar-Mannes angefertigt, so dass sie, ausgehend von den Ergebnissen der DNS-Analyse, mit der Rekonstruktion des Gesichtsgewebes, der Haut und der Haare beginnen konnten.

Während die Kennis-Brüder daran saßen, das Gesicht des ersten Briten in Handarbeit zu rekonstruieren, wurden die Ergebnisse des DNS-Tests zur weiteren Analyse an UCL in London geschickt. Das Team am University College London untersuchte die Daten, um zu erfahren, wie der Cheddar-Mann wirklich aussah, einschließlich der Farbe seiner Augen, Haare und Haut. Die Ergebnisse waren überraschend und entsprachen wohl kaum der weitläufigen Vorstellung, wonach der erste Brite wahrscheinlich helle Haut und blaue Augen hatte und wie ein Wikinger aussah!

Und nach all der harten, von allen an diesem erstaunlichen Projekt Beteiligten getanen, Arbeit können wir nun endlich dem ersten Briten selbst gegenüberstehen! Betrachtet man die ungewöhnliche Kombination seiner sehr dunklen Haut mit dem lockigen Haar und den durchdringenden blauen Augen, so sind die Ergebnisse definitiv nicht das, was irgendjemand zuvor angenommen hätte!

Artec 3D ist sehr stolz darauf, zu diesem ehrgeizigen Projekt, das sicherlich in die Geschichte eingehen wird, beigetragen zu haben. Wir sind stets bestrebt, präzise und zuverlässige 3D-Scan-Lösungen zu entwickeln, und haben uns dabei mehrfach bewährt, wie nicht zuletzt das Projekt um den Cheddar-Mann zeigt.

Bildquelle: BBC.com

Sehen Sie sich das Video an, wenn die gesamten Prozess rund um die Entdeckung des ersten Briten nachvollziehen möchten!

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