Thrakische, griechische und römische Skulpturen und mehr – bereit für den 3D-Druck auf threeding.com.

Zusammenfassung: Eine Gruppe von Studenten der Bulgarischen Nationalen Kunstakademie hatte die Idee, einen virtuellen Marktplatz zu schaffen, auf dem man farbige 3D-Modelle aller Art kaufen, verkaufen oder einfach austauschen kann.

Das Ziel: Mit Hilfe eines leichten, tragbaren Strukturlicht-3D-Scanners eine One-Stop-Shopping-Site für alle, die ein druckfertiges 3D-Modell benötigen, einzurichten.

Verwendete Werkzeuge: Artec Eva, Artec Studio

 

Wer hätte noch vor zwei oder drei Jahren gedacht, dass es einen Endverbrauchermarkt für 3D-druckbare Modelle geben würde? Threeding, ein kleiner Betrieb aus Sofia, hat den Geist der Zeit erkannt und diese Nische zusammen mit den Branchengrößen Shapeways und Thingiverse besetzt und baut seinen Kunden- und Datenstamm nun inzwischen kontinuierlich aus.

Obwohl Threeding ein Jungunternehmen ist, scheint die Geschichte der Firma bereits mehrere dutzende Jahre einzunehmen. Alles begann 2013: Das 3D-Scannen und Ausdrucken von 3D-Modellen für Privatkunden  stieß auf immer mehr Interesse, 3D-Ausstellungen verzeichneten große Erfolge und das Gefühl, dass sich eine neue Marktnische auftat und ein Boom bevorstand, machte sich breit.

Threedings Gründer, eine Gruppe Studenten der bulgarischen Nationalen Kunstakademie, hatten die Idee, eine Plattform für die Kommerzialisierung von 3D-ausdruckbaren Inhalten  zu schaffen. So wurde Threeding im Mai 2013 geboren, die Webseite folgte im Dezember desselben Jahres. Heute ist sie ein Marktplatz mit hohem Potential und eine Webseite zum Datenaustausch, wo sowohl Privatkunden als auch Firmen 3D-druckbare Modelle kaufen, verkaufen oder auch gratis austauschen können.

„Nicht jeder ist ein Künstler und Designer und nicht jedes Objekt kann an einem Computer modelliert werden, also müssen die Kunden einige der Geräte kaufen wenn sie etwas ausdrucken möchten. Wir haben einfach eine Webseite geschaffen, die es ihnen ermöglicht, all die Dinge zu finden, die man zum 3D-Drucken braucht“, so Cveta Partaleva, Mitbegründerin von Threeding.

Threeding.com beinhaltet eine große Anzahl an 3D-druckbaren Modellen, die in 13 Kategorien unterteilt ist und ein breites Spektrum bietet: Von 3D-Modellen des menschlichen Herzens, einem DNA-Molekül bis hin zu antiken Kunststatuen und surrealistischen modernen Serviettenhaltern. Das Browsen auf der Seite ist ziemlich intuitiv: Man kann Modelle sortiert nach Preisen, Datum, Autoren, freiem Herunterladen, Datenformat oder Oberflächenbeschaffenheit finden.

Eine der ersten Aufgaben für das Threeding Team lag in der schnellen Zusammenstellung einer Datenbank von geeigneten 3D-Modellen, die sowohl gute Druckqualität ermöglichen sollten als auch das Interesse der Kunden wecken würden. Es stellte sich heraus, dass 3D-Scannen die zweckmäßigste Art ist, 3D-Inhalte zu generieren: So erhält man die höchste Qualität/ Anzahl/ das beste Preis-Leistungsverhältnis. Nachdem die Firma verschiedene Optionen auf dem Markt verglichen hatte, entschied sie sich, Artecs 3D Scanner Eva zu erwerben.

„Wir haben alle Artefakte mit Artecs Eva 3D-gescannt und sind der Artec Gruppe sehr dankbar für dieses wunderbare Gerät. Dieser 3D-Scanner ist der beste auf dem Markt und bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis. Außerdem benötigt der Scanner keine Markierungen, was für unsere Arbeit mit historischen Artefakten sehr wichtig ist. Es handelt sich um sehr spezielle Objekte und körperlicher Kontakt mit ihnen muss unbedingt begrenzt sein“, so Stan Partalev, Mitbegründer von Threeding.

Der Ausbau der Datenbank begann für Threeding mit dem wahllosen Scannen beliebiger Objekte. Daraufhin bemühte sich das Team, einzigartige Objekte, zu denen gewöhnliche Anwender kaum Zugang haben, aufzufinden und in 3D zu speichern. So gab Threeding im April 2014 schließlich seine Partnerschaft mit den regionalen Museen Varna und Pernik in Bulgarien bekannt: Das Unternehmen scannte Artefakte der Museen in 3D und verkaufte die digitalen Modelle auf seiner Webseite.

Unter den gescannten Objekten befinden sich antike thrakische, griechische und römische Skulpturen und Reliefs, sowie antike architektonische Details, mittelalterliche Waffen und Ikonen. Alle Objekte haben Oberflächenstruktur. Die Museen erhalten für jeden Scan eine Gebühr und bekommen außerdem alle 3D-Modelle, für die sie verschiedene Anwendungsmöglichkeiten haben. Moderne Museumsräumlichkeiten haben zahlreiche Möglichkeiten, 3D-Inhalte an ihre Bedürfnisse anzupassen: Sie schaffen virtuelle Räume und Ausstellungen, entwickeln fern abgelegene Bildungs- und Wissenschaftsprogramme mit einfachem Zugriff auf 3D-Inhalte, konservieren und restaurieren Denkmäler, indem sie auf präzise metrische Daten zugreifen, die durch 3D-Scannen und individuell angepasstes 3D-Drucken gewonnen werden.

„Wir sind das erste Unternehmen, das kulturelle Denkmäler zu kommerziellen Zwecken scannt und dabei gleichzeitig den Museen zu gute kommt: Die Museen erhalten eine Lizenzgebühr für jeden Verkauf und bekommen außerdem die Modelle selbst. Wir haben etwa 50 Objekte von Pernik und über 100 Objekte von Varna hinzugefügt und im vierten Quartal des Jahres 2014 werden wir sie alle noch einmal besuchen und weitere Scans vornehmen. Zurzeit arbeiten wir auf nationaler Ebene mit einem der größten Nationalmuseen Zentral- und Osteuropas. Dieses Projekt werden wir in Kürze öffentlich machen. Bei all diesen Arbeiten haben wir Artecs 3D-Scanner verwendet“, so Stan Partalev, Mitbegründer Threedings.

Kunden aus den USA machen einen großen Teil der Besucher auf Threedings Webseite aus und ihr Anteil steigt monatlich um 20-25%. Die Mitbegründer sehen den Grund hierfür hauptsächlich in ihrer einfachen und angemessenen Preispolitik. „Das Unternehmen berechnet von Designern die niedrigste Provision auf dem Markt für 3D-druckbare Modelle“, so Stan Partalev. „Verkäufer legen die Preise nach ihrem eigenen Ermessen fest. Threedings Provision beträgt 8,5% für jeden Verkauf, wobei der Mindestpreis bei $0.45 / €0.45 liegt, um die Transaktionskosten abzudecken. Über 600 Modelle werden für $5 oder weniger angeboten. Der Profit wird monatlich ausgezahlt, sobald der Verkäufer einen Mindestumsatz von $15 / €10 erwirtschaftet hat. Threeding ermöglicht ein weites Arbeitsspektrum mit den Modellen zu kommerziellen oder privaten Zwecken: Nutzer können Modelle in 3D ausdrucken und ihre Kopien verschicken, verkaufen und veröffentlichen.

In den nächsten Monaten wird Threeding 3D-Druckdienstleistungen auf seiner Plattform anbieten. Dies wird Nutzern, die keinen 3D-Drucker besitzen, ermöglichen, jegliches auf der Plattform angebotene Modell in verschiedenen Materialien und Farben zu erhalten.

„Wir entwickeln und expandieren und beschaffen weitere finanzielle Mittel. Die 3D-Welt wird mobil und wir werden es mit ihr: Vor kurzem brachte Threeding Apps für Android und FirePhone auf den Markt, im Herbst 2014 wird eine iOS App folgen. Der Verkauf dieser Apps ist noch gering, aber das ist normal, wenn man die relativ geringe Verbreitung von 3D-Druckern weltweit in Anbetracht zieht. Darum wollen wir noch im vierten Quartal 2014 3D-Drucke mithilfe eines Unterlieferanten anbieten“, so Cveta Partaleva, Mitbegründerin Threedings.