Lösungen für 3D-Scanning

Eine Nachbildung von Schindlers „Ring der Hoffnung“ soll dazu beitragen, die junge Generation über den Holocaust aufzuklären

Herausforderung: Digitalisierung der Gussform eines Rings, der Oskar Schindler in der Fabrik geschenkt wurde, in der er im heutigen Tschechien das Leben von 1.200 jüdischen Menschen rettete. Ziel ist die Anfertigung einer Replik für die Arks Foundation – eine Organisation, die 80 Jahre später gegründet wurde, um am historischen Ort ein Museum zu errichten.

Lösung: Artec Spider II, Artec Studio

Ergebnis: Eine originalgetreue Nachbildung von Schindlers „Ring der Hoffnung“ mit der Inschrift: „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ Diese Replik soll das Herzstück einer Ausstellung im Museum der Überlebenden, wo Besucher einen beispiellosen Einblick in die Geschichte des Holocaust erhalten, bilden. Der Ring würde somit zumindest als Kopie genau an den Ort zurückkehren, an dem er Oskar Schindler von geretteten Arbeitern geschenkt worden war.

Warum Artec 3D? Spider II erfasst feinste Details komplexer Objekte in unglaublich hoher Auflösung. Das Gerät arbeitet berührungslos und eignet sich daher perfekt zum schnellen, sicheren und präzisen Scannen einzigartiger, empfindlicher Antiquitäten.

Holocaust ring

Louis Gross, Sohn des Fabrikarbeiters Jozef Gross, hält ein Modell des Rings der Hoffnung. Bild mit freundlicher Genehmigung des Holocaust-Museums Melbourne.

Die Geschichte von Oskar Schindler, dank dem etwa 1.200 Menschen das Leben gerettet wurde und dessen große Tat nicht zuletzt durch den Hollywood-Film „Schindlers Liste“ weltweite Anerkennung erfuhr, ist zugleich erschütternd und zutiefst inspirierend.

Für Daniel Löw-Beer ist dies auch eine sehr persönliche Geschichte. Denn bis Nazi-Deutschland im Jahr 1938 in der Tschechoslowakei einmarschierte, hatte die Fabrik in Brünnlitz (Brněnec) seiner Familie gehört. Doch nach Jahrhunderten im teilweise deutschsprachigen Mähren mussten die Löw-Beers nach Großbritannien fliehen, und so kam es, dass Schindler (anfangs selbst zumindest ein Profiteur der Nazis) die Verantwortung für die Produktion übertragen bekam.

Nachdem Schindler die Leitung der beschlagnahmten Fabrik übernommen hatte, stellte er viele Juden ein – diejenigen, die auf „Schindlers Liste“ gestanden hatten, waren direkt aus Krakau evakuiert worden. Dies war zum einen billiger als die Einstellung und Bezahlung nichtjüdischer Arbeiter, weshalb auch profane Gründe im Spiel gewesen sein mögen. Doch rettete Schindler letztendlich die Leben von 1200 Juden, weshalb er in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt wurde.

Im Jahr 2019 kauften die Löw-Beers ihre einst gestohlene Fabrik zurück und wandelten sie in „Schindlers Arche“ um, ein Museum, das an die damaligen Ereignisse erinnern soll. Bei der feierlichen Eröffnung im Mai 2025, genau 80 Jahre, nachdem Schindler der Ring im Fabrikhof (siehe Foto unten) überreicht worden war, wurden Musik und historische Zeugenberichte vorgestellt – allerdings nicht der Ring selbst.

Holocaust ring

Schindlers Fabrik, die inzwischen an die Familie Löw-Beer zurückgegeben und in ein Museum umgewandelt wurde. Bild mit freundlicher Genehmigung der Arks Foundation.

Das Museum der Überlebenden widmet sich heute den Geschichten und Zeugnissen der Überlebenden – es ist ein einzigartiger Ort, an dem die ehemaligen Insassen selbst beschreiben, wie 1.200 Leben gerettet wurden. Wie gelang es, sich dem mörderischen System zu widersetzen? Und ebenso wichtig: Was können die Besucher daraus lernen?

Schüler aus sieben europäischen Ländern kehrten später zurück, um gemeinsam ein Museum für die nächste Generation zu gestalten und Besucher anhand berührender Ausstellungsstücke und Zeugenaussagen von den Geschichten der Überlebenden zu berichten. Auch die Familie Keneally besuchte erstmals Schindlers Arche, darunter Thomas Keneally, der mit dem Booker-Preis ausgezeichnete Autor von „Schindlers Liste“, der Vorlage für Steven Spielbergs Film.

Mithilfe des 3D-Scanner von Artec fügt die Arks Foundation nun ihrer Einrichtung neue Exponate hinzu – darunter eine naturgetreue Nachbildung des „Rings der Hoffnung“.

Die Wiederentdeckung des „Rings der Hoffnung“

Nach dem Zweiten Weltkrieg fertigte der Fabrikarbeiter und Juwelier Jozef Gross aus dem Metall von Zahnfüllungen von Kriegsgefangenen einen Goldring an und schenkte ihn Schindler als Zeichen der Dankbarkeit. Später war der Ring jedoch verschollen und geriet in Vergessenheit. Und Jozef Gross selbst wanderte mit dem Modell, das zum Guss des Originalrings verwendet worden war, nach Australien aus, bevor der Sohn Louis das Modell nach dem Tod seines Vaters unter dessen Juwelierswerkzeugen wiederentdecken sollte.

Der Ring, der offensichtlich einen hohen ideellen Wert besitzt, wurde dem Holocaust-Museum in Melbourne gespendet, wo er seitdem dauerhaft ausgestellt ist. Laut Daniel Löw-Beer hatte es bereits Gerüchte über einen solchen Ring gegeben, doch hatte manche seine Existenz lange bezweifelt. Doch als Löw-Beer erfuhr, dass der Ring echt war (und Louis ihn zunächst hatte wegwerfen wollen), wusste er, dass etwas unternommen werden musste.

„Es gibt Orte der Vernichtung und Überlebende empfinden an ihnen oft Schuldgefühle. Zu Unrecht, denn ich selbst wäre nicht hier, wenn mein Großvater nicht überlebt hätte“, erklärt Daniel Löw-Beer. „Deshalb ist unser Museum den Überlebenden, ihren Zeugnissen und ihren Geschichten gewidmet. Mit seiner Gravur: ‚Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt‘ symbolisiert dieser Ring den Moment des Überlebens für die Schindler-Juden.“

Holocaust ring

Ein 3D-Modell des Rings der Hoffnung – mit unglaublich feinen Details, die ihn zu einem wahrhaft authentischen Ausstellungsstück für das Museum der Überlebenden machen.

Um ein digitales Abbild des Ringmodells, das für eine Ausstellung im Museum der Überlebenden repliziert werden sollte, zu erstellen, wandte sich das Holocaust-Museum Melbourne an die Firma QUBIC. Der Artec Ambassador identifizierte den hochauflösenden Artec Spider II als ideale Lösung für diese Aufgabe – und am Ende dauerte es auch nur eine Stunde, um ein unglaublich realistisches, übertragbares 3D-Modell zu generieren.

Digitalisierung eines historischen Erbstücks

Es war unerlässlich, den Ring mit einer berührungslosen Technologie zu digitalisieren, denn das kostbare Schmuckstück in eine Klemme oder Halterung einzuspannen, hätte Beschädigungen hervorrufen können. Auch an die Verwendung von 3D-Scanspray war nicht zu denken, weshalb ein Werkzeug benötigt wurde, das speziell für die Erfassung schwer zugänglicher Oberflächen vorgesehen ist.

Mit seiner hohen Präzision, Auflösung und Detailgenauigkeit eignete sich Spider II perfekt. Zwar bietet Artec noch einen eigenen Drehteller an, doch sollte das Team in diesem Fall einen vom Museum gefertigten Sockel verwenden. Das Objekt konnte so langsam gedreht und aus verschiedenen Winkeln fotografiert werden. Das Ergebnis? Eine detailgetreue Replik mit allen feinen Spuren, die auch die Geschichte des Stücks abbilden.

Um aus dem Scan ein Modell zu erstellen, wurde zur Verarbeitung der erfassten Daten Artec Studio verwendet. Die KI-gestützte Software bietet alle notwendigen Funktionen zum Verschmelzen von Datenpunkten, zum Glätten und zum Hinzufügen von Texturen. In vielen Fällen ist die Software sogar über ausreichende Werkzeuge für Reverse Engineering und Inspektion verfügbar. Alice McInnes vom Melbourne Holocaust Museum war bei dem selbst Scan anwesend und zeigte sich von der Arbeit von QUBIC äußerst beeindruckt.

„Ich hatte keine Ahnung von 3D-Scanning. Meine Kollegen erzählten mir, sie hätten schon mit Artec gearbeitet, also habe ich mich erkundigt. Daraufhin meldete sich Ben Tam von QUBIC, erklärte mir die Funktionsweise und stellte viele Fragen zum Ring“, erklärt McInnes. „Nach seiner Ankunft in Melbourne scannte er den Ring, bearbeitete die Datei und schickte sie innerhalb einer Stunde an das Museum in Tschechien. Dort wird anhand des Modells eine goldene Replik des verlorengegangenen Rings angefertigt.“

Holocaust ring

Der Ring der Hoffnung, in der Software Artec Studio für 3D-Scandatenerfassung und -verarbeitung.

Ein Symbol des Überlebens verewigen

Die Errichtung des Museums der Überlebenden war alles andere als einfach: Unter anderem musste die Arks Foundation einen Teil der Fabrik der Löw-Beers zurückkaufen, um das Museum rechtzeitig zum 80. Jahrestag der Schenkung des Rings an Schindler eröffnen zu können. Zeitweise schien das Projekt vor unüberwindlichen Hindernissen zu stehen, doch letztendlich gelang es Daniel und seinem Team, es termingerecht fertigzustellen.

Zur Würdigung der symbolischen Bedeutung des Rings der Hoffnung wurde bei der Eröffnungszeremonie das Lied „Sing of the Ring“ gespielt – der Ring selbst war da jedoch noch nicht anwesend. Doch bald wird das Museum eine eigene Replik besitzen. Diese wird der Ausstellung, in der Schülern bereits Unterrichtseinheiten auf Grundlage von Gesprächen mit Thomas Keneally, dem Autor von „Schindlers Liste“, angeboten werden, zusätzliche Authentizität verleihen.

Daniel Löw-Beer bezeichnete die Eröffnung des Museums, an der Überlebende, Familienangehörige und Vertreter der Familie Keneally teilnahmen , als „unglaubliche Ehre “ und sagt, der Ring werde nun eine wichtige Rolle im Zusammenspiel mit dem Film und den Zeugenberichten spielen – „ein Symbol für den Moment des Überlebens. Dieser kleine Lichtblick inmitten der dunklen Vernichtung des Holocaust.“

Das Museum der Überlebenden lädt heute Schülerinnen und Schüler aus Tschechien , Ungarn, Österreich, Deutschland, der Slowakei, Polen und der Schweiz ein, die Ereignisse anhand der Erzählungen von Überlebenden zu erleben. Mehr über die Ausstellungen, den Ring der Hoffnung und die Arbeit der Arks Foundation erfahren Sie hier.

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