Digitale Konservierung von antikem griechischem Besteck mit Artec Spider

Zusammenfassung: Ein 16-teiliger Satz althellenistischer Besteckteile wurde um 1980 heimlich in Sizilien ausgegraben. Das Museum entschied sich, es unter Denkmalschutz zu stellen

Das Ziel: Die gesamte Sammlung mit einem farbigen, extrem detailreichen 3D-Handscanner mit höchster Genauigkeit zu scannen, damit kein Detailverlust bei den Scans entsteht.

Verwendete Werkzeuge: Artec Spider, Artec Studio

16 einzigartige Silbergegenstände eines Schatzes aus Zeiten des antiken Griechenlands wurden mit Artecs Spider 3D-gescannt.

Der Morgantina Schatz ist eine 16-teilige Sammlung hellenistischen Silbers mit Goldverzierungen und Teil des unschätzbaren Erbes der sizilianischen Kultur, die auf das 3. Jahrhundert vor Christi zurückgeht. Der Fund soll zwischen 1978- 1981 heimlich auf dem Grundstück der antiken Siedlung Morgantina in der Nähe der modernen Stadt Aidone ausgegraben worden sein. (1978 war dort eine moderne Münze mit Prägungsdatum desselben Jahres ausgebuddelt worden – 1981 erhielt New Yorks Metropolitan Museum of Art den ersten Teil der Kollektion) 2010 schließlich wurde der Morgantina Schatz zurück nach Griechenland gebracht und kann nun im Archäologischen Museum Aidone betrachtet werden.

Der Großteil der Sammlung – neun Teile – besteht aus Geschirr verschiedener Größe, das wahrscheinlich für symposia gedacht war: So nannten die antiken Griechen ihre Trinkgelage. Weitere vier Teile, eingeschlossen eines zylinderförmigen Altars, scheinen für religiöse Zeremonien gedacht gewesen zu sein. Eine Medaille mit einer Abbildung von Szylla und ein Paar Rinderhörner vervollständigen die Kollektion.

Um den Morgantina Schatz für die Nachwelt aufzubewahren und seine Erforschung durch internationale Wissenschaftler zu ermöglichen, beschlossen das Aidone Museum, das örtliche Ministerium für Kultur und Sizilianische Identität und das Polytechnikum der Universität Palermo, digitale Kopien der Funde anfertigen zu lassen.

Da die meisten der Gegenstände elaborierte dekorative Elemente aufweisen sowie schimmernde und reflektierende Oberflächen, war es wichtig, die richtige Hard- und Software auszusuchen, um hohe Authentizität und Detailtreue zu gewährleisten und keine Details zu verlieren. So wurden Artecs 3D-Scanner Spider und Artecs Studio Software gewählt. Spider ist eine nicht invasive und zerstörungsfreie lichtbasierte Scann-Lösung, die in Echtzeit die Punkte aufnimmt, die eine Oberfläche ausmachen, indem sie Licht auf ein Objekt projiziert. Artec Studio erstellt hieraus dann ein digitales Modell in 3D mit hoher geometrischer Übereinstimmung zum gescannten Objekt.

Das 3D-Modell wurde in die Nachbearbeitungssoftware Leios exportiert. Diese hat einige halbautomatische Editierfunktionen, die auf die Oberflächenstruktur des Objektes angepasst sind, insbesondere dessen angrenzende Kanten, die Dichte seiner polygonalen Maschen usw. Die daraus resultierenden 3D-Modelle sind sehr realitätsnah und werden in Zukunft vom Museum Aidone ausgestellt werden, wenn die Originale an andere Museen verliehen werden.

[Punktewolke => Gewebe => Oberflächenauftragung]

Die 3D-Modelle können zurzeit in diesem Video betrachtet werden:

Basierend auf der Fallstudie „ 3D digitalisation of Morgantina Treasure – Sicily “ von Francesca Di Paola, einer Design-Forscherin an der Fakultät für Architektur am Polytechnikum Palermo der Universität Palermo (francesco.dipaola@unipa.it)