Das Schweißtuch von Oviedo wurde mit einem Artec MHT Scanner gescannt

23/01/2013

Name des Kunden: Juan Manuel Miñarro

Land: Spanien

Fachgebiet: Erhalt kulturellen Erbes

Spezialisierung:

Scanner Modell: Artec MHT

Juan Manuel Miñarro ist Professor und Leiter der Fakultät für Bildhauerei und Geschichte an der Universität Sevilla. Seit kurzem verwendet er bei seiner wissenschaftlichen Arbeit einen Artec MHT Scanner. Primär sollen mit Hilfe des 3D Scanners digitale Kopien von Skulpturen erschaffen werden die einen kulturellen oder historischen Wert besitzen. Die Scans werden verwendet um vollständige Analysen von Skulpturen durchzuführen. Es werden Vergleiche der Maße der digitalen Kopien und des Originals durchgeführt und die Scans werden mit anderen topographischen Untersuchungen und ihren 3D Rekonstruktionen verglichen.

Im Augenblick untersucht Herr Miñarro das Schweißtuch von Oviedo, ein blutbeflecktes Leinentuch das in der Cámara Santa der Kathedrale San Salvador in Oviedo aufbewahrt wird. Das Schweißtuch soll das Tuch gewesen sein, das um den Kopf von Jesus Christus gewickelt wurde nachdem er starb. Ziel der Untersuchung ist es eine Reproduktion des heiligen Schweißtuchs zu erstellen.

Der Ablauf:

1. Scan des Schweißtuch von Oviedo

Das Tuch kann nicht berührt, bewegt oder gestört werden, sodass ein 3D Scanner die einzige Möglichkeit ist eine digitale Kopie anzufertigen. Das Scannen des Tuchs dauerte 15 Minuten und es traten keine besonderen Probleme auf. Lediglich die Helligkeit des Objekts musste mit der Artec Studio Software korrigiert werden.

2. Nachbearbeitung in Artec Studio

Die Nachbearbeitung dauerte 45 Minuten.

3. Geodätische Messungen des Scans

Laut Herr Miñarro war die Genauigkeit des Scanners genau das was sie benötigten und die Messhilfsmittel essentiell für diese Aufgabe. Besonders die geodätischen Messungen waren hilfreich, da das gescannte Objekt eine unebene Oberfläche mit durchgehenden Falten besitzt die nicht eliminiert werden konnten. Das Hilfsmittel liefert ungeachtet der Veränderungen der Oberfläche exakte Abstände zwischen zwei Punkten. Das Profil Hilfsmittel ermöglichte es den Forschern die exakte Topographie jedes einzelnen Abschnitts zu erhalten.

4. Vergleich der Maße der digitalen Kopie mit dem Original

Da das Objekt nicht berührt werden kann musste das Team ein Maßband für die Messungen verwenden bevor sie den 3D Scanner besaßen, was sich als äußerst ineffiziente Methode herausstellte. Nachdem ein 3D Scanner in die Arbeitsabläufe integriert wurde ist Herr Miñarro’s Team überzeugt, dass der Artec Scanner nicht nur für das Schweißtuch von Oviedo verwendet werden sondern auch in Zukunft am Turiner Grabtuch eingesetzt werden kann als mögliche Methode zur Analyse seiner Topographie.

5. Kombination der Scans mit anderen 3D Daten

Ein Computertomograph der Cemedi Klinik in Sevilla wurde verwendet um interne Daten des Tuchs zu gewinnen. Die beiden Aufnahmen wurden vereint um den Forschern ein vollständiges 3D Bild des Objekts zu liefern: innen und außen.

Fazit

Wie Professor Miñarro erklärt ist einer der Vorteile einen Artec Scanner zu besitzen die Fähigkeit, .stl Dateien zu einer CNC Maschine zu exportieren um Skulpturen und historische Artefakte aus anderen Materialien (Stahl, Holz, Stein, etc.) zu reproduzieren. Weiterhin ist es hilfreich, dass Farbe erfasst werden kann und Objekte so aufgenommen, studiert oder reproduziert werden können wie sie waren. Das historische Objekt muss dazu nicht berührt werden und der kostengünstige Preis des Scanners macht ihn für alle Universitäten und Museen erschwinglich.