Maßgefertigte Stützen für Orthopädie und Prothetik

Wir haben kürzlich einen unserer OEM Partner im Orthopädie& Prothetik (O&P) Bereich, die französische Firma Orten, besucht. Diese Firma ist einer der führenden Hersteller im Bereich der O&P Dienstleistungen für Ärzte auf der ganzen Welt. Ziel unseres Besuchs war es ihren Arbeitsprozess besser zu verstehen und uns ihre Vorschläge zur Verbesserung unserer Scanner anzuhören.

Sie haben uns durch ihre Einrichtung geführt, ihre Produktlinie erklärt und veranschaulicht, wie Artec Scanner ihnen bei der täglichen Arbeit behilflich sind.

Der Ablauf

  1. Ein Patient kommt in die Klinik und es wird beschlossen, dass er eine Rückenstütze benötigt.
  2. Der Patient wird gebeten sich in eine Metallkonstruktion zu stellen und ein Arzt richtet den Körper so aus, dass der Scanner später die nötigen Informationen erfassen kann, die zur Erstellung der Stütze benötigt werden.
  3. Der Torso des Patienten wird gescannt (360 Grad). Der L Scanner wird für den Torso oder den ganzen Körper und der MH Scanner für alle anderen Körperteile verwendet.
  4. Der fertige Scan wird in Ortenfile importiert (eine Software, die von Orten speziell für die O&P Industrie entwickelt wurde).
  5. Ein 3D Gussstück wird erstellt, dass mit der OrtenMill Software gefräst werden kann.
  6. Fräsen starten. Einen Torso zu fräsen dauert 8-10 Minuten.
  7. Fertige Form erhalten.
  8. Ein Stück Plastik wird für ein paar Minuten in den Ofen gelegt.
  9. Das weiche Plastik wird herausgenommen und um die Form gewickelt.
  10. Die Stütze wird im „Designstudio“ genau abgestimmt.
  11. Ergebnis erhalten

Herausforderungen

Nach der Führung hatten wir immer noch viele Fragen und haben uns daher mit unserem Gastgeber zusammengesetzt um mehr über die Patienten, die Industrie und die Herausforderungen zu erfahren, die ihnen begegnen.

Unsere Freunde bei Orten erzählten uns, dass es selten Situationen gibt, in denen es schwer ist, eine Person zu scannen. Wenn ein Patient beispielsweise bettlägerig ist aber einen Ganzkörperscan benötigt, nutzen sie eine spezielle Vakuummatratze. Der Patient wird auf die Matratze gelegt und die Luft aus ihr gesogen, sodass die Matratze danach die Form des Rückens angenommen hat. Die Vorderseite des Patienten und der Abdruck in der Matratze werden gescannt. Die beiden Scans werden dann zusammengefügt. Dies ist ein umständlicher Prozess, aber es existieren wenig Alternativen.

Orten hat auch einen eigenen Ganzkörperscanner produziert. Die Geräte sind sehr teuer (60 000€), aber in manchen Fällen angebracht.

Der Nachteil an dem Ganzkörperscanner ist, dass die Person in der Lage sein muss, zu stehen ohne sich zu bewegen und das die Metallstangen, die uns zu Beginn der Führung gezeigt wurden, einen Schatten auf den Körper werfen und so den Scan verzerren. Des Weiteren ist diese Kabine groß und nicht bewegbar, sodass die Patienten nicht in ihrem Krankenhauszimmer gescannt werden können und Kliniken müssten einen ganzen Raum zur Verfügung stellen um dieses Gerät unterzubringen.

Alt vs. Neu

Wir waren beeindruckt wie hoch der technologische Fortschritt bei Orten ist und wie offen sie für neue Technologien waren. Wir fragten sie, wie sie früher gearbeitet haben und weshalb sie sich dazu entschlossen haben, Artec Scanner in ihre tägliche Arbeit zu integrieren.

Wenn zuvor ein Arzt eine maßgefertigte Stütze für einen Patienten brauchte, mussten er und seine Mitarbeiter viel dafür arbeiten und viel Zeit und Geld aufwenden. Die alte Methode war für den Patienten wesentlich unangenehmer. Der Patient wurde in Gips eingehüllt und musste darauf warten, dass dieser fest wurde. Der Gips wurde dann vom Patienten abgenommen und mit der Post zu einem Hersteller für maßgefertigte Stützen geschickt. Der Hersteller maß den Gipsabdruck dann mit der Hand und stellte daraus die Stütze her. Diese schickte er dann zur Anpassung zurück zum Arzt, in der Hoffnung, dass sie dem Patienten passt.

Diese Methode hatte viele Probleme.

  1. Der Patient fühlte sich nicht wohl, während der Gips aushärtete.
  2. Bewegte sich der Patient zu viel, härtete der Gips nicht richtig aus.
  3. Die Versandkosten zum Hersteller waren sehr hoch und die zusätzliche Zeit, die es in der Post verbrachte, verlängerte den Prozess um mehrere Tage.
  4. Die Gipsabdrücke zerbrachen häufig oder wurden während des Transports verformt.
  5. „Organische“ Formen mit der Hand zu vermessen ist sehr schwer und waren häufig nicht makellos.
  6. Häufig passte das Produkt dem Patienten nicht richtig und der ganze Prozess musste von vorne gestartet werden.

Artec Scanner haben gegenüber den alten Methoden und anderen Scannern auf dem Markt viele Vorteile.

  1. Keine schmutzigen, zeitaufwendigen Gipsabdrücke
  2. Kein teuren Versandkosten mehr
  3. Die Messungen des Herstellers sind genau, da er einen präzisen 3D Scan des Körpers des Patienten erhält.
  4. Die Technologie ist bezahlbar. Man benötigt keine Marker und wird von metallenen Objekten im Raum nicht gestört
  5. Die Scanner sind einfach zu verwenden, sodass keine spezialisierten Techniker benötigt werden. Ein medizinischer Assistent oder eine Krankenschwester kann den Scanner bedienen.

Insgesamt war es ein toller Besuch. Wir bei Artec wollen Orten für diesen gastfreundlichen Empfang danken und versprechen, dass wir versuchen, die Vorschläge zu implementieren um so unsere Technologie noch nützlicher für die O&P Industrie zu machen.

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